Herrliche Wochenmärkte laden zum Schauen und Kaufen ein

Einen Grund gibt es für uns, samstags morgens früh aufzustehen. Mit Freude und ohne Zwang. Dabei den am Abend zuvor gestellten Wecker nicht verfluchend. Wir lieben es nämlich, unsere Einkäufe auf dem Wochenmarkt zu erledigen – und das ganz früh. Aber was heißt da eigentlich erledigen? Es ist uns ein riesiges Vergnügen! Gerade wenn wir so früh loslegen, sind noch alle Auslagen reich befüllt und über den Ständen liegt noch eine entspannte, etwas müde Ruhe.

Frischer Spargel, knallrote Erdbeeren, taufrische Kräuter, reife Paprika und als Höhepunkt aromatische Tomaten und Äpfel: Gerade vom Frühjahr bis zum Herbst ist der Einkauf ein besonderes Erlebnis, wenn die Waren keine langen Transportwege hinter sich haben und auf dem Reifehöhepunkt geerntet wurden.

Regional, Bio oder die Mischung macht’s

Pauschal kann man nicht mehr von einem Typus Markt sprechen. Verkauften früher lokale Bauern und Produzenten ihre Waren im Umkreis, hat sich das Angebot auf Märkten, im Laufe der Globalisierung, Kühlmöglichkeiten und Nachfrage, sehr verändert. Die Märkte müssen mit Supermärkten, die in ganz anderen Mengen einkaufen, konkurrieren. Weil nicht nur das Einkaufserlebnis Käufer auf den Markt lockt, müssen zusätzliche Argumente her. Dazu gehört, neben gut geführtem Sortiment, der persönliche Austausch und oftmals der Vorort-Verzehr.
Da gibt es die auf erlesene Produkte spezialisierten Märkte, welche die verrücktesten Produkte im Angebot haben und noch jeden ausgefallenen Kundenwunsch nach Meeresfrüchten, exotischen Früchten oder seltenen Gemüsesorten befriedigen können. Oftmals sind diese Märkte die gesamte Woche geöffnet und nicht nur an bestimmten Markttagen.

Im Trend liegen, gerade in Zeiten einer bewussten, nachhaltigeren Ernährung, Erzeugermärkte und Bauernmärkte. Dort stammen die Produkte aus eigener, bäuerlicher Produktion oder von benachbarten Höfen. In vielen Städten existieren dazu zudem Märkte, die sich ganz Lebensmitteln aus biologischem Anbau verschrieben haben.

Ein hierzulande jüngeres Phänomen sind feste Markthallen, die sich mit attraktiver Gastronomie und Events zunehmender Beliebtheit erfreuen. Da stoppen wir dann gerne für eine Kleinigkeit zu essen und – das darf bei so einem Angebot nicht fehlen – einen köstlichen Sekt im Glas. Reisende kennen diese populäre Möglichkeit zu Nahversorgung bereits von altehrwürdigen Markthallen, wie der Mercat de la Boqueria in Barcelona oder Budapests zentraler Markthalle Nagycsarnok. Spektakulär, sowohl für Genuss als auch Architekturfreunde, ist die 2014 eröffnete Markthal in Rotterdam.

Quer durch die Republik: Zeigt her eure Märkte

Wenn wir unterwegs sind, freuen wir uns, in der Stadt auch einen Markt zu besuchen. Das bunte Treiben, der Austausch zwischen Marktleuten und den Käufern und Flaneuren begeistert uns stets aufs Neue. Manchmal hätten wir dann gerne ein Appartement mit Küche in der Hinterhand, weil uns tolle Lebensmittel nur so anlachen und zum Kauf und Kochen animieren. Es geht soweit, dass wir deshalb mit Kühltasche nebst Kühlakkus verreisen. Besonders praktisch ist es dann, wenn der Markt auf einem zentralen innenstädtischen Platz stattfindet und wir gerade in Großstädten nicht lange suchen müssen.

So gehört zu einem Trip nach München ein Bummel üΩer den Viktualienmarkt, einem der bekanntesten Märkte der Republik. Zwischen mehr oder weniger fest installierten Ständen werden – im wahrsten Wortsinne – feinste Lebensmittel angeboten: Spargel aus Schrobenhausen und Steinpilze aus dem Bayrischen Wald haben schon so manches Mal den Weg in unseren Beutel gefunden. Und eine Leberkässemmel auf die Hand geht auch morgens schon!

In Freiburg hat uns der Freiburger Münstermarkt begeistert, der samstags zentral in der Altstadt auf pittoreskem Kopfsteinpflaster aufgebaut wird. Bei dem sehr regionalen Angebot aus dem Umland der Genussregion bereuen wir beinahe, nicht in der studentisch geprägten Stadt unweit der Schweizer Grenze zu leben.

Bei Frankfurt denken viele an den Bullen- und Bären – wir hingegen direkt an Kleinmarkthalle und den Erzeugermarkt an der Konstabler Wache. Da können wir uns direkt mit den Originalzutaten für eine Frankfurter Grüne Soß eindecken, Rezept und Insider-Tipps der Marktbeschicker inklusive.

Kein Düsseldorf Besuch ohne Besuch des Carlsplatz. Der fest installierte Markt gehört zu den schönsten Märkten des Landes. Beinahe könnte man das abwechslungsreiche Angebot mit einer Mischung aus Bauern der Region und Luxusprodukten aus aller Welt als Bauch der NRW-Hauptstadt bezeichnen. Ungemein verlockend ist zudem, dass man an vielen Stellen an Imbissen im Trubel des Marktgeschehens schlemmen kann.

Auch der Wochenmarkt Münster in Westfalen hat gerade samstags ein lebendiges Marktgeschehen, wenn es auf dem Domplatz heiß hergeht. Danach lohnt es sich auf deftige westfälische Schmankerln und ein lokales Bier bei Pinkus Müller einzukehren.

In Hamburg sind wir eher zufällig auf dem Isemarkt gelandet, der zeigte, was alles Tolles aus dem norddeutschen Umland kommt: Obst, Gemüse, Wildfleisch und Bauernkäse. Dass in Großstädten in verschiedenen Stadtteilen Märkte locken, überrascht nicht. Hier ist beispielsweise eine Liste der schönsten Märkte der Hansestadt. Dabei lockt nicht nur der touristische Fischmarkt, für den man noch früher aus den Federn muss.

In Berlin kann man zum Erkunden der Märkte wahrscheinlich eine Woche einplanen. Da haben wir sichere Anlaufstelle dann doch die Markthalle Neun. Die bietet genau die richtige Mixtur aus Hauptstadt-Hipness und feinen Produkten. Nicht zuletzt durch den Street Food Thursday hat die Halle in Kreuzberg für Impulse im Rest der Republik gesorgt.

So genug der Märkte, denn vollständig bekommen wir die Liste nie! Dazu gibt es neben den großen und bekannten Märkten, auch viele kleine und herrlich individuelle Märkte zu entdecken.

Wir müssen uns jetzt überlegen, was wir fürs Kochen heute Abend noch besorgen müssen. Haben Sie auch einen Lieblingsmarkt in Ihrer Nähe? Wir freuen uns über jede Anregung.

Ihr Mumm Sekt-Team