Die italienische Eis-Spezialität Granita Siciliana

Granita ist eine Eisspezialität aus Italien, die aus dem Süden des Landes von der Insel Sizilien stammt. Die einfachste Variante besteht aus Zuckersirup und Zitronensaft. Ihren Namen verdankt die Granita ihrer körnigen Beschaffenheit: Granita leitet sich vom Lateinischen „granum“ für Korn ab. Was ist also der Unterschied zu einem Zitronensorbet?

Das Italien-Fieber lässt uns nicht los. Wenn wir uns nach Sonne auf der Haut und eisigen Köstlichkeiten im Mund sehnen, liegt der Gedanke an Italien nie fern. Schließlich sind die Italiener bei Eis, Sorbet und Granita die geborenen Experten. Granita? Das ist eine Spezialität, die von Sizilien, der größten Mittelmeerinsel, stammt. Daher der Name Granita Siciliana. Die gefrorene Süßspeise ist recht unbekannt, denn im Gegensatz zu Pizza und Pasta hat sie nicht den Siegeszug durch die Welt angetreten.

 

Schnelle, einfache und leckere Rezepte: Sorgfalt und Frische sind das Wichtigste

Mit den Ursprüngen der Granita ist es ähnlich wie bei der Geschichte der Entstehung des Speiseeises. Die Araber brachten die Idee nach Sizilien. Den Schnee vom 3.350 Meter hohen Gipfel des nicht immer lavaspuckenden Vulkans Ätna bewahrten sie in eiskalten Höhlen auf. Zum Verzehr transportierten sie das zu Blöcken gepresste Eis ins Tal und aromatisierten es mit Zucker und Zitronensaft. Ganz weit davon entfernt hat sich die Granita nicht. Der Purismus bleibt, nur die technischen Errungenschaften wie Eismaschine und Gefrierfach erleichtern die Herstellung.

Never change a winning team: Die Zutaten der Basisversion lauten noch heute: Zuckersirup, Zitronensaft und natürlich Wasser. Granita lässt sich aus vielen saisonalen Früchten herstellen. Am besten auf dem Saisonhöhepunkt geerntet und verarbeitet. Denn auf die Qualität dieser Zutat, aus der eine Granita gut zur Hälfte besteht, kommt es an. Der Fruchtanteil ist höher als beim Eis oder Sorbet. Nüsse, Schokolade und Kaffee sind ebenfalls beliebte Geschmacksgeber der Erfrischung.

Den einfachen Zutaten steht eine aufwändigere Zubereitung gegenüber. Früchte müssen passiert werden. Dann wird die Mischung während des Gefrierens regelmäßig umgerührt. Ziel ist eine körnige-kristalline Konsistenz.

Der entscheidende Unterschied zu Eis- und Sorbet-Rezepten: Die Konsistenz

An dieser Stelle unterscheidet sich Granita von Sorbet und gerade von Milchspeiseeis. Ein cremiges, rundes Mundgefühl fehlt. Im Mund herrscht der Eindruck, gestoßenes Eis oder grobe Eiskristalle zu lutschen. Granita bleibt nahe an der Urform der Eiszubereitung. Im Prinzip ist die Granita ein weniger kompaktes Wassereis aus natürlichen Zutaten. Erfrischend und köstlich zugleich, dabei unendlich leicht. Vom Lateinischen granum für Korn leitet sich der Name Granita ab – endlich einmal köstliche Anwendbarkeit des Latinums!

 

Ein Kindertraum: Eine Süßspeise nicht nur zum Nachtisch, sondern auch zum Frühstück

Als ausufernd und üppig ist das gewöhnliche Italienische Frühstück ohnehin nicht bekannt. Der Reduktion auf ein kleines Gebäckteil und einen schnell getrunkenen caffè setzen die Sizilianer mit ihrer Granita noch einen obenauf. Sie essen sie bereits zum Frühstück, denn bei flirrender Hitze bietet die kühle Süßspeise einen fruchtig-leichten Start in den Tag. Auf den Tisch kommt der riesige Haufen Gefrorenes in einem gläsernen Kelch mit Strohhalm und Löffel. Das erinnert ein Bisschen an Slush, nur in gut.

 

Très chic: Die Granita als Granité in der Spitzenküche

Wenngleich sich die Granita nicht flächendeckend gegenüber Sorbet und Eiscrème durchgesetzt hat, begegnet sie uns häufig in Restaurants. Viele Köche begnügen sich nicht mehr mit altbekannten Rezepten und bewährten Kombinationen, sondern versuchen Neues. Wie im Artikel zur Geschmackschule von Jürgen Dollase geschildert, beeinflussen auch Temperaturunterschiede entscheidend den Geschmack.

Eine Möglichkeit, einen Hauch von zartschmelzender Kühle ins Gericht zu bringen und damit ein dezent-flüchtiges Aroma zu transportieren, ist die Granita. Die Sprache der Küche ist Französisch geprägt und daher kommt die Spezialität aus Italien elegant als Granité daher. Unlängst servierte man uns in einem Restaurant einen Hummer-Salat, der von einem Tzatziki-Granité gekrönt wurde. So waren die typischen Noten aus Joghurt, Gurke und Knoblauch präsent – nur eben als zart angedeuteter Hauch, ohne das feine Krustentier zu überdecken.

Statt Zitronensorbet darf’s mal Granita mit Sekt sein

Solche Erlebnisse beeindrucken uns immer nachhaltig. Dabei bringen Sie uns natürlich auf kreative Ideen. Warum nicht eine Granita mit Sekt herstellen? Mumm Jahrgangssekt bringt die nötige, belebende Säure und fruchtige Anklänge mit, um ein erfrischendes Dessert oder ein neutralisierendes Intermezzo ins Menü einzubauen.

Rezept: Himbeer-Granita
Zutaten
500 g frische oder tiefgefrorene, aufgetaute Himbeeren

200 ml Zuckersirup (1:1 Zucker und Wasser langsam aufkochen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Ggf. Schaum abschöpfen. Abkühlen lassen), alternativ Fertigprodukt
50 ml Mumm Sekt oder Mumm Alkoholfrei Dry

Zubereitung:

Die Himbeeren mit den Flüssigkeiten mit einem Pürierstab aufmixen und kurz ausschäumen lassen. Wegen der Kerne durch ein Sieb passieren. Die Masse in einem flachen Gefäß in den Tiefkühler oder ins Eisfach stellen. Regelmäßig mit einem Löffel und einer Gabel durchrühren und auflockern. Die Granita ist fertig, wenn sie die Konsistenz von gefrorenem Schnee – Skifahrer-Stichwort: Harsch ­– erreicht hat. Mit Blaubeeren garniert in einem Glas oder Eisbecher servieren.

Rezept: Gingerbubbles-Granita

 Zutaten:
200 ml Zuckersirup
400 ml Mumm Sekt oder Mumm Alkoholfrei Dry
100 ml Ginger Ale
2 Zweige Rosmarin

Zubereitung:
Alle Flüssigkeiten kurz aufkochen und auskühlen lassen. Die Rosmarinzweige für 10 Minuten in der warmen Mischung mitziehen lassen und dann entfernen. Die weitere Zubereitung wie bei der Himbeer-Granita.  Serviervorschlag: Mit einem Rosmarinzweig garniert in einem Glas oder Eisbecher servieren. Die Mischung ist leicht süßlich, bringt aber auch herbe Noten und Anklänge von Kräutern mit. Wir könnten Sie also in einem Menü als Sorbet-Gang servieren. Oder wir geben ein wenig auf ein abgekühltes Ratatouille oder mariniertes mediterranes Grillgemüse – klingt nach einer verlockend köstlichen Idee.

Blitz-Eis: Granita mit dem Thermomix

Stolze und überzeugte Besitzer der Küchenmaschine zerkleinern in ein paar Sekunden auf hoher Stufe Eiswürfel. Dann einfach Zuckersirup und eine aromatische Zutat und ein wenig Wasser dazu geben. Durchrühren und fertig ist der schnelle Genuss.

Wir debattieren noch, ob wir das Gerät anschaffen. Ein wenig Handarbeit, schneiden, rühren und probieren, macht uns nicht nur bei der Granita großen Spaß.

Viele Wege führen zum Genuss – Hauptsache, am Ende schmeckt’s.
Arrivederci Sicilia, bis zum nächsten Kochexperiment

Ihr Mumm Sekt-Team