Altbewährtes mit neuem Twist

Eine klassische Bar ist wie eine andere Welt, eine beinah vergangene, alte Welt. Schummeriges Licht umgibt schwarze Ledersessel, die den letzten Hauch von Zigarrenrauch ausatmen, während der schwere Teppich auf dem Holzboden die Schritte dämpft. In der Ecke spielt ein Klavierspieler gut abgehangenen Bar-Jazz. Jederzeit rechnen wir damit, dass sich gleich Michelle Pfeiffer dazugesellt und wie in „Die fabelhaften Baker Boys“ als Susie Diamond zu einlullenden Akkorden „My Funny Valentine“ ins Mikro haucht.

Zu dieser Stimmung passt einer der Cocktail-Klassiker schlechthin bestens: der Old Fashioned – altmodisch und trotzdem richtig gut. So zeitlos wie eine gute Bar.

Eine kleine Geschichtsstunde

Eigentlich ist der Old Fashioned ein Whiskey-Cocktail, war sein Hauptbestandteil in seiner Entstehungszeit, dem 19. Jahrhundert, doch Bourbon oder Rye-Whiskey. Dazu: Zucker, Wasser (später Eis) und ein Cocktailbitter. Im Laufe der Zeit entstanden Varianten, die andere Spirituosen enthielten oder das Geschmacksbild mit Fruchtkomponenten aufpeppen (Zitronen- oder Orangen-Zeste) und verfälschen (Cocktailkirsche oder Ananastücke). Letzteres bezeichnet Drink-Experte Gary Regan in „The Joy of Mixology“ als „fruit salad Old-Fashioned“. In Zeiten der Prohibition war der Cocktail äußerst beliebt: Zucker kaschierte die schlechte Qualität des Selbstgebrannten während Cocktailbitter weiterhin problemlos verfügbar war.

 

Der vergessene Geschmack

Überhaupt: Bitter ist in. Auch in der Gastronomie und in Kochbüchern ist diese Geschmacksnote auf dem Weg nach oben. Kein Wunder, dass auch Cocktailbitter gefragt sind. Wegen des intensiven Geschmacks werden immer nur einige Tropfen benötigt, die in Rezepten als dashes („Spritzer“) bezeichnet werden.

Am bekanntesten ist Angostura, das vom deutschen Arzt Gottlieb Benjamin Siegert ursprünglich als Heilmittel gegen Tropenkrankheiten entwickelte wurde. Das war 1824 und Siegert arbeitete im Auftrag des Freiheitskämpfers Simón Bolivar. Seinen Namen verdankt der Bitter der Stadt, in der jener Arzt seine Erfindung gemacht haben soll.

 

Modern mit Mumm

Doch kann ein Bitter mit unserem fruchtigen Mumm Sekt funktioniert?

Und wie! Legen sie ein Jazz-Album auf, dimmen Sie das Licht und schlüpfen sie für das einfache Rezept eines Mumm’s Old Fashioned in die Rolle des Barkeepers. Am besten schmeckt er im schlichten Tumbler-Glas. Dann liegt zunächst der wohlvertraute, feinperlige und fruchtige Geschmack vom Mumm Extra Dry Jahrgangssekt im Mund. Schnell gesellen sich die bittersüßen, vielschichtigen Komponenten des Bitters dazu, die für eine spannende Variante des Cocktails und Ihres Lieblingssektes sorgen.

Rezept (oder Link)

  • 70 ml Mumm Extra Dry
  • 1 Zuckerwürfel
  • 3 Spritzer Angostura Bitter
  • Eiswürfel

Den Zuckerwürfel mit dem Angostura Bitter beträufeln und mit Eiswürfeln in einen Whiskeytumbler geben. Vorsichtig – es schäumt leicht – den Mumm Sekt dazugeben und dann genießen.