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Foodsharing is caring

Geteilt schmeckt’s doppelt gut

In Restaurants ist das gemeinschaftliche Teilen von Gerichten im Tapas-Style angesagt. Aber das Teilen von Essen, englisch: „Foodsharing“, hat auch wichtige soziale und gemeinnützige Aspekte: Restaurants und Lebensmittelhändler spenden übriggebliebene Lebensmittel an Tafeln, und spezielle Apps tragen mit innovativen und attraktiven Ideen dazu bei, dass Lebensmittel nicht unnötig verschwendet werden.

 

Neuerdings ist der Tisch schnell zu klein, wenn wir zu zweit oder mit Freunden essen gehen. Lauter kleine Tellerchen und Schalen müssen Platz finden und beginnen sich zu stapeln. Wie eine asiatische Tischgesellschaft oder eine spanische Familie sitzen wir am Tisch und probieren mal hiervon, mal davon. Bei vielen Restaurants liegen Sharing-Konzepte im Trend. Man bestellt sich ganz viele kleine Gerichte zum gemeinsamen Kosten. Das ist ganz nach unserem Geschmack. Egal, ob bei fernöstlicher, mediterraner und sogar deutscher Küche: So können wir von allem probieren und uns mit den anderen austauschen. Manchmal wäre sogar die Drehplatte wie im China-Restaurant praktisch, um an all die Köstlichkeiten heranzukommen.

Beim Kölner Pop-up-Konzept Laden ein ist das Teilen der Location Programm: Alle zwei Wochen übernimmt ein neuer Koch, ein Street Food-Anbieter oder ein neues Konzept probiert sich aus – so bleibt der Laden, aber es wechselt die Küchenrichtung. Von Burgern über Poké bis Hummus ist alles dabei.

 

Die Tafeln: Mit Lebensmittelspenden gegen Armut und Verschwendung

Gerade der November ist ein guter Zeitpunkt übers Teilen nachzudenken. Schließlich fällt auf den Elften des Monats der Martinstag, und das Jahr biegt in die besinnliche Jahreszeit ein. Vielerorts finden von Laternen und Liedern begleitete Sankt Martins-Umzüge statt. Zugrunde liegt die Legende des Heiligen Martins, der seinen Mantel mit dem Schwert mit einem vor Kälte bibbernden Bettler teilte.

Ganzjährig, aber natürlich besonders in der kalten Jahreszeit, übernehmen Tafeln und lokale Suppenküchen wichtige soziale Aufgaben. Ehrenamtliche Helfer der Trägervereine und Initiativen kümmern sich darum, dass von Restaurants und Lebensmittelhändlern gespendete Produkte abgeholt, zubereitet und ausgegeben werden. Sozial Schwache, Ärmere und Obdachlose danken es ihnen.

 

Auch hinsichtlich der Lebensmittelverschwendung hat das Engagement Gutes: ein Bäcker kann beispielsweise Backwaren spenden, die im Laden nicht mehr verkäuflich ist. Die gelebte Nächstenliebe findet im Kleinen statt oder im Großen, etwa wenn in Berlin in beeindruckender Runde bei Frank Zanders Weihnachtsessen Arme und Obdachlose zu Gans, Rotkohl und Knödeln zusammenkommen. Seit über 20 Jahren organisiert der Schlagersänger mit Unterstützung von Sponsoren und Initiativen diese vorbildliche Aktion.

 

Apps gegen Lebensmittelverschwendung: Gutes Tun und dabei sogar sparen

Laut einer Studie der Universität Stuttgart aus dem Jahre 2012 landen in Deutschland jährlich rund elf Millionen Tonnen essbare Lebensmittel im Müll, mit 61 Prozent stammt der Großteil aus Privathaushalten. Das sind jährlich im Schnitt rund 80 Kilogramm pro Person, also eindeutig zu viel. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat dazu die Initiative „Zu gut für die Tonne“ ins Leben gerufen.

Die Organisation Foodsharing e.V. versucht, der Lebensmittelverschwendung mit App und Kühlschränken entgegenzuwirken: Als Foodsaver kann man virtuell einen Einkaufskorb mit nicht benötigten Lebensmitteln füllen und auf der Website einstellen. Mit einem anderen registrierten Nutzer wird dann die Korbübergabe arrangiert. Zudem gibt es feste Standorte für Kühlschränke und Regale zum Lebensmitteltausch.

 

Die Unternehmen „To good to go“ und „Resq Club“ verfolgen mit ihren Apps einen anderen Ansatz: Lebensmittelgeschäfte und Restaurants können überschüssige Produkte und ganze Mahlzeiten einstellen. Nutzer können auf dem Smartphone nach den Angeboten suchen. Der Vorteil für die Unternehmen: Sie verkaufen ihre Lebensmittel, die ansonsten im Müll landeten und gewinnen im besten Fall neue Kunden. Der Endverbraucher erhält Zutaten oder ein fertig gekochtes Essen zum Angebotspreis und lernt neue Adressen kennen. Die App-Anbieter bekommen einen Teil des Geldes, um die Kosten zu decken – und um die Überschüsse für soziale Zwecke zu verwenden.

Resteessen mal anders: bei Food Swaps neue Leute kennenlernen

In der anonymen Großstadt oder als Neuzugezogener ist die App „Olio“ hilfreich, um Nachbarn und neue Leute kennenzulernen. Hier findet man nicht nur Restaurants, sondern auch andere Nutzer, die Lebensmittel einstellen. Das Angebot ist allerdings noch nicht flächendeckend in Deutschland.

Wer öfter mal zuviel einkauft, kocht oder auch einmacht, stößt bei einem Food Swap auf interessiere Tauschpartner. Man trifft auf Gleichgesinnte und lernt als Nebeneffekt ebenfalls neue Leute kennen. Food Swaps kommen als Trend aus den USA und sind eine Tauschbörse für Lebensmittel. Für Selbstproduziertes oder selbst Angebautes. Wie beim Schwarzmarkt in Köln, der sich seit einiger Zeit etabliert hat, gibt es keine kommerziellen Absichten. Jeder bietet von seinem Produkt etwas zum Probieren an. Wird man sich mit einem anderen Anbieter einig, wird die Marmelade, der Essig oder das Gewürz ohne finanziellen Ausgleich getauscht.

Es ist schön, dass es so viele unterschiedliche wie wunderbare Ideen gibt, die das Miteinander in den Vordergrund stellen. Das ist ein Genuss, den wir gerne teilen.

 

Ihr Mumm Sekt-Team

2017-11-20T10:37:52+00:00